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Thesen zu den Leitthemen
Stadt und Gesellschaft
Natur und gebaute Umwelt
Innovation und Tradition
Raum und Identität

 
Stadt und Gesellschaft
Der Dialog der Zivilisationen soll zeigen, dass der gegenwärtige Prozess der Globalisierung nicht nur ökonomische, finanzielle und technologische Faktoren meint, sondern zugleich weltweit die Grundlagen menschlicher Kulturen, die spirituellen Dimensionen der Gesellschaften und ihres Wandels - sowie deren Wechselwirkung betrifft.

Die Stadt entwickelt sich, indem sie überkommene Formen und Grenzen aufbricht. Edge cities werden ausgebildet, alte Infrastrukturen umgebaut. Die Modernisierung und Verdichtung historischer Stadtzentren geht einher mit einer Privatisierung des öffentlichen Raumes, während der Umbau der Wohngebiete mit der Abgrenzung von Gated Communities verbunden ist (New Urbanism?).

Die Kehrseite dieser Entwicklung findet Raum in den rasch wachsenden Megacities Asiens und Lateinamerikas, deren Ökonomie die Probleme sozialer Ungleichheit verdeutlicht und zugleich die Hoffnung auf eine Verringerung der Armut und der Einkommensgefälle begründet. Den Umweltproblemen der verstädterten Regionen dieser Länder sollte mehr Aufmerksamkeit als bisher gewidmet werden.

Die Zukunft der Urban Societies bedarf der reflexiven Vorsorge für die Lebenswelt der Gesellschaft, der reflexiven Planung, der reflexiven Stadtkultur. Sie ist bezogen auf die Erhaltung der lokalen und kulturellen Eigenarten der Regionen der Welt.

Gefährdende Faktoren der Zukunftsentwicklung der Städte sind vorausschauend zu definieren und durch positive Umdeutung aufzufangen. Prozesse der Reduktion und Verarmung der Lebensbedingungen in der Stadt sind aufzuhalten. Ein sinnstiftender Umgang mit den Möglichkeiten der Modernisierung und der Modernität muss möglich werden. Nur so wird Architektur zu einem bedeutenden Faktor der Qualität und des Urban Environment.

"Die Stadt - so wie sie ist - ist alles, was wir haben." (Rem Koolhaas) Doch welche "Stadt" ist gemeint? Die geplante Stadt? Die selbstregulierende Stadt? Die regionaler Kultur verpflichtete oder die internationale Stadt?

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Natur und gebaute Umwelt
Architektur, die sich der Umweltbedingungen bewußt ist, entwickelt und nutzt energiebewahrende Technologien und setzt auf die Nutzung erneuerbarer Energien. Die Entwicklung werterhaltender und wandelbarer Architekturformen geht einher mit einer verträglichen Verdichtung der Städte und einer Renaturierung der Landschaft, wo immer sie von den Lasten der Verstädterung befreit werden kann. Die gebaute Umwelt kann den bedeutendsten Teil des nationalen Wohlstands repräsentieren. Als vorausschauende Sicherung des gebauten Erbes entwickelt Architektur ein Denken in verlängerten Lebenszyklen. Die Erhaltung der kulturellen Werte steht unter dem Vorbehalt der Wandelbarkeit der Architektur.

Eine Neubestimmung des Ressourcenbegriffs der Landschaft als eines ästhetischen, sozialen und historischen Potentials wird angeregt - nicht zuletzt, weil in ihr historische Muster von kulturellen Erfahrungen des Lebens in natürlichen Zusammenhängen bewahrt werden, an die anzuknüpfen wesentlich ist. Die Integration von Elementen der Natur und der Landschaft in die Stadt schafft Voraussetzungen dafür, Architektur und Stadt als Teile natürlicher Kreisläufe (Kreislaufwirtschaft) zu verstehen. Architektur hat erheblich mehr als bisher entscheidenden Einfluß auf die Konzeption und die Disposition von Stadtstrukturen, Gebäuden, auf die Verwendung der Materialien und Systemkomponenten und damit auch auf den Energie- und Materialverbrauch zu nehmen. Ziel der Entwicklung der Architektur ist, ein Maximum an Flexibilität ohne Verlust an Identität zu erreichen.

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Innovation und Tradition
Architektur entwickelt die innere Kraft der Vision und steht in der Verantwortung, zukunftsweisend zu agieren und Geschichte aktiv zu beeinflussen. Innovation bedeutet deshalb nicht einfach ein Mehr an Technik, sondern ein Mehr an kritischer Reflexion, eine Zunahme an nachhaltigen und experimentellen Konzepten, welche eine Symbiose von technischen und natürlichen, von historischen, kulturellen, sozialen und ökonomischen Lösungen, eine Symbiose von Natur und Architektur, von Natur und Stadt befördert.

Architektur als Ressource der Innovation spiegelt und nimmt, in ihrer umfassenden Qualität, Aspekte des Wandels der Gesellschaft vorweg. Das ressourcenschonende und das solare Bauen sind als Herausforderung und als bedeutsames, unerschlossenes Potential (nicht zuletzt für die sich entwickelnden Länder) wahrzunehmen und auszubauen.

Innovation heißt, die verschiedenen Dimensionen von Architektur angemessen aufeinander zu beziehen, als Potential einer gesellschaftlichen Identität, als zukunftsweisende, visionäre Herausforderung auf der Grundlage von Erfahrungen und Experimenten. Sie hat sich auch mit neuen Materialien, neuen Technologien und neuen Produktionsmethoden (CAM) auseinanderzusetzen.

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Raum und Identität
Architektonische und städtebauliche Entwicklungen, langen Entwicklungszyklen verpflichtet und durch die Kulturgeschichte der Menschheit auf den Kontinenten geprägt, sind zu bewahren. Ästhetik als Ausdruck sozialer und kultureller Identität, die in einer kulturell vermittelten Architektur und in öffentlichen Räumen Struktur und Gestalt finden könnte, ist neu zu beleben. Die Entwicklung von der Architektur zur Baukultur ist als ein Fortschreiten von der Form zum Inhalt, vom Objekt zur Umgebung, vom Ergebnis zur Grundhaltung anzusehen. Mit der Bedeutung des Designs als Marketinginstrument hat sich ein instrumenteller Teil der Ästhetik verselbständigt. Gegen das visuelle Chaos der Metropolen und Megacities setzen Architekturen des Minimalismus und des Symbolismus wichtige Alternativen.

Für die Gegenposition wird Ortega y Gasset mit der Feststellung zitiert, allein der Mensch sei begabt mit der Fähigkeit zur Planung. Zwar sei es dahingestellt, ob die Fähigkeit zur Planung eine wissenschaftlich begründete, nicht abweisbare Kompetenz ist. Oder ob das "Sein", unmittelbar und nicht wissenschaftlich vermittelt, ausdrucksstark im Hinblick auf konstruktives Denken sei, das auch Planung in einem Sinn umfasse, der Baukunst einschließe, Identität zum Ziel habe: "Architektur ist die Baukunst, die magische Dinge produziert." (Joaquim Guedes) Zeitgenössische Ästhetik als Kriterium von Umweltqualität und nachhaltiger Architektur ist in Verbindung mit dem kreativen Gebrauch neuer Materialien und Technologien neu zu bestimmen, u.a. in den 12 Projekt-Werkstätten zu den Themen:

- Städtebau und Wirtschaft
- Wohnen und Arbeiten
- Kultur und Kommunikation
- Mobilität und Infrastruktur

Quelle: Entwurf zum Bericht des Wissenschaftlichen Komitees, Redaktion: Reinhart Wustlich, Berlin 2001


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Stand: 01.03.2002